Michaela Huber Profil

Für ÄrztInnen, Psycho-therapeutInnen und BeraterInnen:

2-teiliges Sonderseminar 2020 in Göttingen

"Innerer Ausstieg und Integration von Trauma-Material bei Komplextrauma: Was geht wann - und was geht nicht?"

Zu den Seminaren:

Michaela Huber 1

Prozesshafte Diagnostik und innerer sowie äußerer Ausstieg aus destruktiven Bindungen

Seminar 1

Viele Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen bekommen lange keine adäquate, sondern eher eine „Pi-mal-
Daumen“-Diagnostik. Insbesondere bei komplexen dissoziativen Störungen hängt eine angemessene Diagnostik von der Verlässlichkeit der therapeutischen Beziehung ab, da KlientInnen bei Bindungsunsicherheit ihre Problematik zumindest zeitweise überspielen können – und diese umgekehrt in krassen Krisensituationen fehlinterpretiert werden kann. Außerdem glauben viele KlientInnen, sie dürften möglichst nie zur Ruhe kommen, da sie sonst zusammenbreche – und sorgen so dafür, dass sie zwischen massiver Überund Untererregung, also zwischen Workoholic-Dasein und Zusammenbruch hin- und herschwanken, bis irgendwann gar nichts mehr geht und sie u.U. selbst in jungen Jahren bereits berentet werden. Wie schauen wir bei diesen KlientInnen danach, was sie können und was nicht, diagnostizieren das Ausmaß der strukturellen Dissoziation, und schauen uns ihre Bindungen und Beziehungen daraufhin an, welche zerstörerisch und welche unterstützenswert sind? Was tun bei wiederholtem Täterkontakt und fortgesetzter Traumatisierung? Was beachten bei organisiert bzw. rituell ausgebeuteten KlientInnen? Wie die Behandlung planen und Fortschritte überprüfen? Und was könnte den inneren und äußeren Ausstieg aus destruktiven Bindungen befördern? Ein Praxisseminar mit Lectures, Übungen und Möglichkeiten zu Fallarbeit.

Michaela Huber 2

Prozessieren und Integrieren von Traumamaterial – Chancen, Risiken und Grenzen des pragmatischen therapeutischen Arbeitens

Seminar 2

KlientInnen, KollegInnen und GutachterInnen erwarten, dass wir auch bei Komplextrauma möglichst zügig an die Bearbeitung von Traumatisierungen herangehen. Tatsächlich aber haben wir meist mit komplizierten Verstrickungen unserer KlientInnen zu tun: Sie wollen funktionstüchtig sein oder rasch wieder werden, ihr Traumamaterial möglichst „bannen“, aber sonst wenig an ihrem Leben verändern, da sie ihr prekäres Gleichgewicht gegen Veränderung verteidigen. Was also tun, was lassen, und wie sich weiter vortasten? Das Dilemma: Stabilisierung lässt sich oft nur erreichen, wenn Traumamaterial ausreichen zugeordnet werden kann. K-PTBS ist aber per Definition eine von zahlreichen Symptomen und Krisen gekennzeichnete Problematik, die das direkte Arbeiten an Traumatisierungen häufig erschwert. Was ist eigentlich Prozessieren im psychotherapeutischen Sinne, und wie können wir es vorsichtig und Schritt für Schritt angehen? Integration: Was ist erreichbar, was nicht? Mit welchen Symptomen müssen KlientInnen vielleicht sogar lebenslang weiterleben, auch wenn sie hofften, sie endgültig „besiegen“ zu können? Und wie ist eine Non-Dualität zu erreichen, unter Vermittlung von innerer Opfer- und täterimitierender bzw. täterloyaler Seite? Was erzählen uns langfristige Verläufe von K-PTBS und DIS-KlientInnen darüber, was therapeutisch „drin“ ist, damit wir nicht zu viele Hoffnungen wecken, aber uns auch nicht vorschnell begnügen? Ein Praxisseminar mit Lectures, Übungen und Möglichkeiten zu Fallarbeit.

Informationen und Anmeldung zum Sonderseminar 2021/2022